"Sommer unterm Kirchturm": Besuch bei Weimbs in Hellenthal

Eine kleine Gruppe machte sich am 27. Juli auf den Weg in die Eifel, um im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Sommer unterm Kirchturm" die Orgelbaufirma Weimbs in Hellenthal zu besuchen.

Wir wurden von Herrn Weimbs herzlich begrüsst und in einer 3-stündigen Führung zeigte er mit Enthusiasmus und Stolz seine Firma und erklärte uns auch die Historie des familiengeführten Unternehmens. Wir waren sehr beeindruckt von der Vielfältigkeit des Berufsbildes "Orgelbauer". Wir besichtigten die Holzwerkstatt, das Holzlager die Metallverarbeitung, die Giesserei und andere Bereiche des Unternehmens. Natürlich sahen wir auch viele Teile unserer Walcker-Orgel in unterschiedlichen Stadien der Renovierung. Mitarbeiter nahmen sich auch die Zeit uns spezielle Techniken am Beispiel unserer Orgel zu erklären.

Im Bild links ist eine unserer Windladen zu sehen. In den unterschiedlich grossen Löchern werden dann die Pfeifen stecken. Ventile unterhalb der Löcher werden dann elektro-mechanisch durch die Betätigung einer Taste auf dem Spieltisch geöffnet und geschlossen, um einen Ton zu erzeugen. Es werden die historischen Ventile (Bild rechts) verwendet, die gereinigt und mit neuen Lederdichtungen versehen werden.

In der Holzwerkstatt steht auch bereits das Holz für den neuen Spieltisch bereit. Der Spieltisch ist ja nicht mehr vorhanden und muss daher neu gebaut werden. Leider gibt es auch keine Konstruktionspläne mehr, sodass in Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen, unserer Kantorin Ingenhaag und der Firma Weimbs ein zeitgeschichtlich korrekter Nachbau erstellt werden kann.

Einige Originalpfeifen wurden beim Neubau der Peter-Orgel verwendet, aber teilweise verändert, um in die Peter-Orgel integriert werden zu können. Zum Beispiel wurden viele Holzpfeifen in der Länge gekürzt und nun müssen diese Pfeifen individuell verlängert und weitere damaligen Umbauten rückgängig gemacht werden. Eine sehr zeitintensive Arbeit, da keine Pfeife der anderen gleicht und somit Massarbeit gefragt ist.

Sehr interessant war auch ein Blick in die Giesserei. Weimbs stellt seine eigenen Zinn-Blei Legierungen für die Orgelpfeifen her, wobei auch hier unterschiedliche Legierungen zum Einsatz kommen, um die Klangfarbe in den Tonhöhen und Registern anzupassen.

Besuch in der Orgelbauwerkstatt Weimbs in Hellenthal

Am Donnerstag, den 18. März hat sich gegen Mittag eine kleine Gruppe bestehend aus Pfarrerin Dr. Anne Kathrin Quaas, Kantorin Stefanie Ingenhaag und Sigi Gerken auf den Weg nach Hellenthal in die Eifel zur Orgelbauwerkstatt Weimbs gemacht, in der seit einigen Wochen die Walcker-Orgel aus der Großen Kirche in Oberkassel lagert. Die Mitarbeiter haben bisher das Material gesichtet und gereinigt. Firmenchef Frank Weimbs hat eine sehr ausführliche und spannende Führung durch die Werkstatt gegeben und man konnte neben unserer Orgel auch noch eine weitere im Neubau befindliche Orgel begutachten. Herr Weimbs stellte die verschiedenen Arbeitsbereiche in seinem Betrieb vor: das Tischlerhandwerk, die Schlosserei, die Pfeifengießerei u.v.m. Es wurde deutlich wie umfangreich und faszinierend der Beruf des Orgelbauers ist.

Nach der Führung wurden zusammen mit dem zuständigen Orgelsachverständigen unserer Landeskirche Herrn Manfred Schwartz einige Dinge zu unserer Walcker-Orgel besprochen, die für das weitere Vorgehen für den Orgelbaubetrieb wichtig sind, wie z.B. Einzelheiten zum Spieltisch, der ja nicht mehr vorhanden ist und nachgebaut werden muss, zu den weiteren Gewerken, die mit einbezogen werden müssen (Elektriker, Heizungsbau, Maler etc.), zu weiteren Bauteilen der Orgel wie z.B. den Windladen oder der Balganlage.
Gegen Abend verabschiedete sich die kleine Gruppe aus Oberkassel-Dollendorf wieder und dankte Herrn Weimbs herzlich für die tolle Führung und das anschließende Gespräch. Wenn es coronabedingt wieder möglich sein wird und es von unserer Walcker-Orgel in der Werkstatt schon was zu sehen gibt, planen wir gerne auch mal einen Ausflug in den Betrieb. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Das Foto zeigt den Aufbau des Gehäuses in der Werkstatt.

Weiterer Besuch bei unserer Walcker-Orgel in Hellenthal

Am Mittwoch, den 26. Mai fand der zweite Werkstattbesuch in Hellenthal in der Orgelbauwerkstatt Weimbs statt. Dr. Maren Stauber-Damann als Presbyteriumsmitglied und Stefanie Ingenhaag als Kantorin der Gemeinde machten sich auf den Weg in die Eifel, um das weitere Vorgehen in einigen Punkten zu besprechen.
Von originalen Skizzen aus der Walcker-Zeit haben Mitarbeiter inzwischen eine Skizze für einen neuen Spieltisch angefertigt, da der alte ja leider nicht mehr vorhanden ist. Auch über Details wie den Tastenbelag und die Farben der Registerwippen wurde schon gesprochen.
Das Orgelgehäuse steht nach wie vor aufgebaut in der Werkstatt und wartet darauf gesäubert und ausgebessert zu werden.
Begutachtet wurde auch ein Teil der gereinigten und ausgebesserten Windladen und ein neu angefertigter Vorbalg.
Ein weiteres Thema des Besuches war der Winddruck. Im Intonationsraum der Firma wurden Versuche mit verschieden hohen Winddrücken bei den unterschiedlichen Pfeifenbauarten gemacht, um herauszufinden was klanglich am besten ist.
Manfred Schwartz hat als Sachverständiger diesen Termin wieder begleitet und die Versuche mit dem Winddruck zusammen mit dem Intonateur der Firma Weimbs durchgeführt.
Alles in allem war es wieder einmal ein sehr spannender Nachmittag und wir freuen uns auf das Angebot von Herrn Weimbs zurückkommen zu können mit Gemeindemitgliedern der Firma einen Besuch abzustatten und zwar schon bald im Rahmen des „Sommers unterm Kirchturm“.

Im Menue "Informationen" finden Sie Links zu Bildergalerien und Videos

Das Foto zeigt den Intonationsraum mit einigen unserer Pfeifen.

Zeitraffer-Video des Orgel Abbaus

Die Firma Orgelbau Weimbs hat vom 8. bis 10. Februar 2021 die alte Walcker Orgel abgebaut und auch die historischen Walcker Pfeifen aus der Peter-Orgel ausgebaut. Hier sehen Sie ein Zeitraffer-Video, das während der Abbauarbeiten entstanden ist.

Wir ziehen alle Register

Endlich ist es soweit: die Walcker-Orgel in der Großen Evangelischen Kirche in Oberkassel kann aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden.
Dank umfangreicher Fördermittel seitens des Landes NRW und des Bundes ist es unserer Gemeinde nun möglich, das herausragende Instrument von großem historischem Wert aus dem Jahr 1908 wieder in den Ursprungszustand zu versetzen und spielbar zu machen.

Schon seit über zwei Jahren werden die Gottesdienste in der Großen Evangelischen Kirche ausschließlich mit der kleinen Truhenorgel gestaltet. Bei einer Standardüberprüfung der sich auf der hinteren Empore befindlichen Peter-Orgel aus den 70er Jahren wurden zuvor gravierende Mängel an der Elektrik festgestellt, so dass das Instrument stillgelegt werden musste. Nach ersten Plänen, die Peter-Orgel zu sanieren und klanglich zu optimieren, rückten zunehmend Überlegungen in den Fokus, die alte Walcker-Orgel auf der vorderen Empore wieder in Betrieb zu nehmen. Nur diese Orgel hatte das Potenzial, als erhaltenswertes Kulturdenkmal auch öffentliche Fördergelder zu generieren.

 

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Musik, die Himmel und Erde verbindet

Als Königin der Instrumente steht die Orgel für ein ganzes Orchester. Tausende von Orgelpfeifen sorgen für berauschende, oft tief bewegende Hörerlebnisse. Mit einer Patenschaft für „Ihren“ Ton oder „Ihr“ Register bringen Sie die historische Walcker-Orgel in der Großen Evangelischen Kirche Oberkassel wieder zum Klingen. Eine Orgelpatenschaft ist auch ein außergewöhnliches Geschenk zu besonderen Festtagen wie Trauung, Geburt, Jubiläum oder runder Geburtstag.

Helfen Sie uns mit Ihrer Patenschaft für eine Pfeife!
1.408 Pfeifen stehen zur Wahl. Der Preis einer Patenschaft richtet sich nach der Größe der Orgelpfeife und liegt zwischen 20 Euro für kleine, hochtönige Pfeifen und 2000 Euro für große Tieftöner. Mit Ihrer Pfeifenpatenschaft leisten Sie einen Beitrag zur Restaurierung der historischen Walcker-Orgel und tragen dazu bei, dass auch nachfolgende Generationen den warmen romantischen Klang der Königin der Instrumente genießen können.